FForum – Der Weblog der Fink & Fuchs Public Relations AG

Von Tanja Walter-Dunne,
Business Development bei Fink & Fuchs Public Relations
Blogs sind nur ein mögliches Element im internen Kommunikationsmix. Gleichwohl versprechen sich immer mehr Unternehmen Vorteile, die über herkömmliche Kanäle nicht in gleichem Maße zu erreichen sind. Auch Fink & Fuchs Public Relations bietet seinen Mitarbeitern seit nunmehr 18 Monaten eine Blog-Plattform für den Informationsaustausch. Ausgangspunkt war der Gedanke, den Austausch im Kollegenkreis zu fördern und so den Alltag für die Kundenberatung zu erleichtern. Erfolgsmeldungen, neue Services, Verbesserungsideen, Marketingmaßnahmen, Mediennews und vieles mehr sollten im Blog zusammenlaufen und von allen Mitarbeitern gelesen und kommentiert werden können, egal ob sie sich am Hauptsitz in Wiesbaden befinden oder in der Niederlassung in München. Außerdem war der Blog als Kommunikationsschnittstelle zwischen der Abteilung Business Development und der Kundenberatung gedacht. Das E-Mail-Aufkommen im Haus zu reduzieren und den einen oder anderen informellen Newsletter einzustellen, war erklärtes Ziel. Darüber hinaus sollten die Mitarbeiter ihren eigenen Erfahrungshorizont im Umgang mit Blogs erweitern, vor allem im Hinblick auf künftige Kundenprojekte.

Vorbereitung und Umsetzung
Mit der Konzeption und Umsetzung begann Fink & Fuchs Public Relations bereits im Frühjahr 2006. Auf Basis der frei verfügbaren Plattform Wordpress konnte relativ schnell und ohne größeren Support der Abteilung Systeme ein brauchbares Grundgerüst für die weitere Ausgestaltung geschaffen werden. Die zuständige Abteilung Business Development schuf relevante Kategorien, in die die einzelnen Beiträge eingeordnet werden sollten. Auf ein klassisches Tagging wurde bewusst verzichtet, dafür eine Linksammlung anstelle einer Blogroll ergänzt. Sie umfasst Links aus unterschiedlichen Bereichen, die für die Kundenberater im Alltag von Nutzen sind. Die Namensgebung FForum lehnt sich an die Unternehmensabkürzung FF von Fink & Fuchs an und soll die Bedeutung als Forum oder "Versammlungsort" herausstellen. Ehe der Blog dann freigeschaltet wurde, bloggten die Projektmitarbeiter testweise verschiedene Beiträge und gewannen auf diese Weise Sicherheit im Umgang mit den Funktionalitäten. Mit der Vorstellung der neuen Plattform erfolgten auch Schulungen aller Mitarbeiter, bei denen neben der reinen Handhabung auch die konzeptionellen Hintergründe vermittelt wurden. Dem Projektteam war klar, dass der Erfolg des Weblogs von der Bereitschaft der Mitarbeiter abhing, sich einzubringen und ihr Wissen zu teilen. Als Verlautbarungsmedium sollte er nicht wahrgenommen werden. Gleichwohl wurde von Seiten des Business Development darauf geachtet, bestimmte Informationen nur noch exklusiv über den Blog zu kommunizieren, um einen Anreiz zum Besuch des Weblogs zu schaffen. Auch die Führungskräfte ermunterten ihre Mitarbeiter in der Anfangszeit, einzelne Informationen zu bloggen, um so Berührungsängste abzubauen und der Plattform zum Durchbruch zu verhelfen.

Der Blog setzt sich durch
Nach über fast zwei Jahren zeigt sich heute, dass im Durchschnitt pro Tag knapp ein Beitrag gebloggt wird und sogar knapp 1,5 Beiträge kommentiert werden. Damit hat sich der Blog innerhalb der Agentur als Austauschmedium durchgesetzt. Nach anfänglicher Zurückhaltung wird auch die Suchfunktion mittlerweile stärker genutzt, die nach Eingabe eines Suchbegriffs alle relevanten Beiträge der Vergangenheit auflistet. Die Daten zur Blognutzung lassen sich in Grundzügen der systemeigenen Statistik entnehmen. Um noch detailliertere Informationen zu bekommen – auch zu den Beweggründen, der Regelmäßigkeit etc. – hat das Projektteam nach rund sechs Monaten eine anonyme Online-Befragung zur Blog-Nutzung durchgeführt.
Voraussetzungen für das Gelingen
Bereits wenige Wochen nach dem Start des agenturinternen Weblogs beriet Fink & Fuchs PR einen ersten Kunden bei der Umsetzung eines eigenen Weblogs und weitere folgten in den Monaten danach. Deutlich wurde dabei sehr schnell, dass das Thema "Weblogs" und "Social Software" in den Medien zwar überall diskutiert wird, in den Unternehmen jedoch noch nicht unbedingt angekommen ist. Studien zeigen, dass mancher die Begriffe zwar schon einmal gehört haben mag, viele jedoch nichts damit verbinden, schon gar nicht, wenn es sich um Mitarbeiter aus Abteilungen jenseits der Pressestellen und Kommunikationsabteilungen handelt. Zu den Herausforderungen gehört es also, die Mitarbeiter für das neue Kommunikationsinstrument zu gewinnen und sie zum Bloggen zu ermuntern. Ein Projektteam im Haus, das sich dieser Aufgabe annimmt, ist dabei unerlässlich. Erfolgversprechend ist ein solches Projekt darüber hinaus nur, wenn es der Unternehmenskultur entspricht und diese eine offene Kommunikation erlaubt. Wo Wissen gehütet und nicht freiwillig geteilt wird, kann ein Weblog nicht funktionieren. Hat ein Unternehmen diese Abwägungen für sich getroffen, steht einem Weblog nichts Grundsätzliches mehr im Wege.
Weitere Informationen und Literaturhinweise



