...können Überwachungs- kameras bald sprechen
An Überwachungs- kameras hat man sich als Normalbürger inzwischen weitgehend gewöhnt. An Flughäfen, Bahnhöfen, Fußgängerzonen und anderen öffentlichen Einrichtungen aller Art sind die kleinen Aufzeichnungsgeräte mittlerweile mehr oder weniger unauffällig angebracht. Mit der Unauffälligkeit könnte es aber bald schon vorbei sein. Im englischen Middlesborough gibt es seit Kurzem Überwachungskameras, die einen Lautsprecher eingebaut haben. Verhaltenssünder werden nicht mehr nur einfach gefilmt, sondern auch lautstark auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. „Sie werden beobachtet“, schallt es aus dem Lautsprecher, wenn ein Passant seinen Müll unsachgemäß entsorgt oder andere Passanten belästigt. „Die meisten Leute sind dann so beschämt, dass sie bei was auch immer erwischt wurden, dass sie sofort verschwinden“, sagt System-Manager Jack Bonner. Die freundliche, aber bestimmt klingende Stimme kommt von den Wachleuten, die die von den Kameras aufgezeichneten Szenen beobachten. Dabei gibt es klare Vorgaben, was die Wachleute sagen dürfen und was nicht. Folgt der ertappte Sünder den Anweisungen, bekommt er sogar ab und zu ein freundliches „Thank you!“ zu hören.



...sind die japanischen Weinkeller vor Fälschungen sicher
Japans Weinliebhaber könnten die Auswahl des richtigen Weins zu Sushi und handmassiertem Kobe-Rind zukünftig ihren mechanischen Angestellten überlassen. Der Elektronikkonzern NEC und die Mie-Universität in Tsu-City haben einen Roboter entwickelt, der dreißig verschiedene Weine voneinander unterscheiden und den jeweiligen Tropfen innerhalb von nur dreißig Sekunden identifizieren kann. Dazu wird Infrarotlicht genutzt, das von den Weinen je nach ihrer Zusammensetzung unterschiedlich reflektiert wird. Lediglich fünf Milliliter Wein reichen für eine perfekte Analyse. So bleibt genügend des edlen Tropfens zur freien Verfügung des Weinliebhabers. Bei der Bestimmung des Weines registrieren eine Reihe von Photodioden, welche Wellenlängen des Lichts reflektiert werden und welche nicht. Das so erhaltene Profil wird mit der Menge und Identität verschiedener organischer Komponenten, die für jeden einzelnen Wein charakteristisch sind, abgeglichen. Diese organischen Komponenten bilden beispielsweise nicht nur die Traubensorte, sondern auch das Weinanbaugebiet ab. So könnte der Roboter wohl auch über die Herkunft des Weins, den Weinbauern und andere Details Auskunft geben. Der mechanische Weinprüfer könnte beispielsweise dabei helfen, falsch etikettierte oder gepanschte Weine zu entlarven und so gar Weinfälschern das Handwerk legen. Vorher jedoch muss der trinkfeste Testroboter mit Informationen zu tausenden Weinvarianten, Hefestämmen, Lagerungs- und Gärbedingungen abgefüllt werden, auf dass er in Zukunft nicht nur den Wein bestimmt, sondern auch die Rolle des Sommeliers übernimmt.


...gibt es bald standardisierte Gerichtsurteile
Dass „Gericht“ nicht immer etwas mit „Gerechtigkeit“ zu tun hat, daran mag man sich gewöhnt haben. Dass aber ausgerechnet die Chinesen mittels einer Software für mehr Gerechtigkeit vor Gericht sorgen wollen, mutet etwas seltsam an. In der Provinz Shandong jedoch wurde in einem zweijährigen Pilotprojekt eine Software getestet, die über die Dauer von Gefängnisstrafen befindet. In bisher rund 1.500 Fällen hat die Software entschieden, wie lang der Verurteilte hinter Gitter muss. Die Delikte reichen dabei von einfachem Diebstahl über Vergewaltigung bis hin zum Mord. Alle Delikte sind in der Software enthalten, die in Zusammenarbeit mit Vertretern der Gerichte programmiert wurde. Laut Aussagen der Verantwortlichen soll die Software standardisierte Entscheidungen über die Dauer einer Strafe ermöglichen. Dabei können die Richter sogar Details und Besonderheiten oder mildernde Umstände einer spezifischen Straftat eingeben, die dann bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Mit diesem Ansatz soll der mögliche Machtmissbrauch von Richtern verhindert werden. Verschiedene Medien in China sind allerdings der Meinung, dass es schlicht die Faulheit der Richter sei, die ihre Arbeit nun durch den Computer erledigen lassen. Wie auch immer, das Wort „Gerechtigkeit“ bekommt so in China vielleicht doch etwas mehr Beachtung.



...nehmen Roboter den Meeresbewohnern die Luft zum Atmen
Die Robotergeneration der Zukunft könnte vielleicht bald Plankton fressend durch die Weltmeere schwimmen. Auch wird unter Wasser der Sauerstoff knapp. Die britischen Wissenschaftler Chris Melhuish, Ioannis Ieropoulos und John Greenman vom Bristol Robotics Laboratory konstruierten einen unabhängigen Unterwasser-Roboter, der mittels mikrobieller Brennstoffzellen die im Meerwasser vorhandene Biomasse in Energie umwandelt. So sollen die Forschungsroboter ihren Aktionsradius deutlich vergrößern können.
Dieser Meeresroboter ist das Nachfolgermodell von „Ecobot“, auf dessen Speisekarte tote Fliegen stehen. In diesem Modell zersetzen anaerobe Bakterien das Außenskelett der Fliegen zu Zucker.
Das neue Modell verdaut nun Plankton statt Fliegenskelette. Der dabei entstehende Zucker wird von Bakterien gefressen, die dabei Elektronen und Protonen freisetzen. Die Elektronen werden von der Anode aufgenommen und wandern als elektrischer Strom durch einen Draht zur Kathode. Gleichzeitig bewegen sich die Protonen durch die Membran der Brennstoffzelle ebenfalls zur Kathode, wo sie sich mit dem Sauerstoff und den Elektronen zu Wassermolekülen verbinden. Während der nötige Sauerstoff vom „Ecobot“ aus der Luft inhaliert wird, wird vom neuen Modell der im Wasser gelöste Sauerstoff aufgeschnappt.
Allerdings reicht der Strom der Plankton-Zellen wahrscheinlich nicht für den kontinuierlichen Antrieb eines Roboters. Bestens geeignet scheinen sie allerdings für nur zeitweise aktive Geräte, wie Foto-Fallen für entschwommene Clownfische oder Sender für Tsunami- Warnsysteme.