CeBIT 2006: Weniger Besucher, aber mehr Vertragsabschlüsse
Die CeBIT hat ihre Position als Entscheider-Messe einmal mehr unterstrichen: Mit 450.000 Gästen blieb sie zwar leicht unter den Besucherzahlen des Vorjahres. Dennoch sind die 6.262 Aussteller mit dem Verlauf der CeBIT 2006 sehr zufrieden, heißt es von der Messe. Insbesondere die professionellen Anwender seien mit einer hohen Investitionsbereitschaft auf die CeBIT gekommen, sagte BITKOM-Präsidiumsmitglied Harald Stöber in einer Mitteilung der Deutschen Messe AG. Die Aussteller sprechen von rund 20 Prozent mehr Vertragsabschlüssen als im Vorjahr. Hervorzuheben ist einmal mehr die Internationalität der CeBIT. Rund 3.300 ausländische Aussteller aus 70 Ländern beteiligten sich an der Messe. Dabei lag Taiwan mit 711 Ausstellern erneut an der Spitze. Auch auf der Besucherseite bestätigte die CeBIT mit einem ausländischen Besucheranteil von rund einem Drittel sowie 85 Prozent Fachbesuchern ihre Spitzenstellung. Entsprechend fiel das Fazit des BITKOM-Präsidiumsmitglieds Harald Stöber aus: "Die gute Stimmung war in den Messehallen mit den Händen zu greifen." Die nächste CeBIT findet vom 15. bis 21. März 2007 in Hannover statt.



BdP – Talk
auf der CeBIT
Am 13. März 2006 veranstaltete der Bund deutscher Pressesprecher unter der Überschrift "Themen – Märkte – Issues" ein Panel, bei dem die Teilnehmer den kommunikativen Herausforderungen der IT / TK-Industrie auf den Grund gingen.

Unter der Moderation von Stephan Fink (Fink & Fuchs PR) diskutierten Maurice Shahd (Pressesprecher Politik und Recht BITKOM), Thomas O. Jensen (Leiter Produktkommunikation und Unternehmenssprecher Microsoft Plattform), Georg Schnurer (stellv. Chefredakteur c´t Magazin) sowie Kay Oberbeck (Director PR & IR Europe LYCOS Europe) die aktuellen Themen im CeBIT-Umfeld.

Fazit: Der Aufklärungsbedarf steigt, insbesondere bei Consumer-Zielgruppen, denen der Digital Lifestyle und die viel zitierte "Konvergenz" der Technik im Haushalt näher gebracht werden muss. Auch die Zahl kritischer Issues nimmt zu. Ob RFID, Piraterie, Digital Divide oder Digital Rights Management, die Medien wünschen sich hier eine transparentere Kommunikation auch der Folgewirkungen bestimmter Technologien. Da bestimmte Themen die Möglichkeiten einzelner Unternehmen übersteigen, sind Branchenverbände wie der Bitkom gefordert, bei Fragen wie zur Urheberrechtsnovelle die Interessen der Industrie zu vertreten, Plattformen zu schaffen und Aufklärung zu betreiben. Trends wie Cross-Media, Multikanal-Kommunikation und Social-Software werden wie auch das veränderte Mediennutzungsverhalten die Medienlandschaft weiter verändern und damit auch die Arbeit der Kommunikationsverantwortlichen beeinflussen. Besonders im Consumer-Bereich wird eine zunehmende Individualisierung der Kommunikation erwartet. Die signifikante Zunahme von Medienkooperationsangeboten sahen die Podiumsteilnehmer durchweg kritisch. "Verkaufte" Redaktion sei für die Glaubwürdigkeit von Verlagen und Industrie gleichermaßen schädlich.



Deutschland – Land der Ideen
Mit der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler wollen die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft im WM-Jahr Innovationskraft, Kreativität und Weltoffenheit des Landes demonstrieren. Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen sollen dazu beitragen, das Image Deutschlands als "Innovationsmotor" zu vermitteln. Hierzu wurden in einem Wettbewerb aus über 1.200 Bewerbern 365 Orte ausgewählt, die ihre Idee an je einem Tag des Jahres darbieten. Repräsentiert werden diese Orte jeweils durch Unternehmen, wissenschaftliche Forschungseinrichtungen, private und öffentliche Institutionen oder auch kulturelle und kirchliche Einrichtungen. Ein Beispiel für einen Innovationsstandort war der Informationstag bei der Wiesbadener Vitronic GmbH. Eine Auswahl der besten deutschen Ideen zeigt der "Walk of Ideas" an den beliebtesten Plätzen Berlins. Skulpturen geben dabei Auskunft über Erfindungen vergangener und aktueller Tage. Mehr zur Initiative erfahren Sie unter www.land-der-ideen.de.



Breitband weckt Wachstumspotenziale
Ein flächendeckendes Angebot an Breitband-Internet könnte in Deutschland in den nächsten vier Jahren 265.000 Arbeitsplätze schaffen und bis zu 46 Milliarden Euro zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beitragen. Das geht aus einer Erhebung hervor, die der Branchenverband BITKOM mit dem Bundeswirtschaftsministerium und der Initiative D21 auf der CeBIT vorgestellt hat. Nach Ansicht der Bundesregierung sollen 98 Prozent aller deutschen Haushalte ab 2008 die Möglichkeit haben, einen breitbandigen Internetanschluss zu nutzen. Der Studie zufolge sind schnelle Internetzugänge bereits zu 90 Prozent verfügbar, werden aber noch wenig genutzt. Laut Bitkom-Vizepräsident Heinz Paul Bonn ergeben sich vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen ernorme Marktchancen, was effizientere Arbeitsabläufe und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle betrifft.

Unternehmen investieren wieder in IT
Zu diesem Schluss kommt die auf der CeBIT 2006 vorgestellte Studie "Was bewegt IT-Entscheider" von Handelsblatt und Droege & Comp. Im Vorjahresvergleich planen die Unternehmen für 2006 Mehrausgaben von durchschnittlich drei Prozent. Bei der Untersuchung wurden 432 Unternehmen aller Größen und Branchen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Beim Einsatz neuer Kommunikationstechnologien gehen die Unternehmen von einem rasanten Wachstum aus, vor allem für Voice over IP. Nach Meinung der Befragten wird diese Technologie bis zum Jahr 2009 von mehr als der Hälfte der Unternehmen eingesetzt werden (aktuell 11 Prozent). Für Wireless LAN sehen diese für denselben Zeitraum eine Nutzung von 38 Prozent voraus (aktuell 14 Prozent). Für UMTS wird der Zuwachs bis 2009 auf 33 Prozent geschätzt (derzeit 12 Prozent).



Keine Experimente mit elektronischen Medien
Die klassischen elektronischen Medien sind in Deutschland eine Selbstverständlichkeit geworden – bedeuten aber häufig nicht mehr als traditionelle Kommunikation mit anderen Mitteln. Experimente und die Nutzung neuer Medien für einen aktiven Wandel der Unternehmenskultur sind die Ausnahme. Das ist das Ergebnis einer Gemeinschaftsstudie, an der auch die Initiative D21 beteiligt ist. Demnach nutzen alle teilnehmenden Unternehmen und Organisationen E-Mail-Systeme, bei mehr als 85 Prozent sind Intranet und Portale verfügbar. Groupware-Lösungen kommen bei rund einem Drittel der Unternehmen zum Einsatz, gefolgt von Chatrooms, Foren und Instant Messaging-Applikationen. Blogs und Podcasts dagegen sind noch relativ wenig verbreitet. Bemerkenswert: Auch die SMS wird Business-tauglich und hat den Sprung in den beruflichen Alltag geschafft. Allerdings kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass technische Infrastrukturen noch nicht gezielt genutzt werden. Mit ausgesuchten technischen Erweiterungen könnten Unternehmen zu Motivation und Produktivität der Arbeitnehmer beitragen und die elektronische Kommunikation zum Hebel für die Kulturentwicklung machen.



Digitale Güter sind Nutzern ihr Geld wert
Immer mehr Nutzer in Deutschland sind bereit, für digitale Güter und Dienstleistungen zu bezahlen. Das hat das Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung an der Universität Karlsruhe herausgefunden. Durchgesetzt haben sich demnach vor allem Online-Musikdienste: Die Hälfte der Studienteilnehmer gab an, im vergangenen Jahr Musik über das Internet gekauft zu haben. Auf dem Vormarsch sind auch Glücksspiele und Wetten (17 Prozent). In beiden Fällen hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Problematisch ist für die Autoren der Studie die gefühlte Sicherheit beim Bezahlen im Internet. Haben nahezu alle Teilnehmer bereits materielle Güter im Netz eingekauft, so fühlen sich nur 61 Prozent dabei sicher. Hier bestehe für die Zahlungsanbieter noch eine Aufgabe, Vertrauen zu schaffen.



Europa bekommt eigenes MIT
Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, ein Europäisches Technologieinstitut (ETI) einzurichten. Es soll zum "Markenzeichen für Spitzenqualität in den Bereichen Ausbildung, Forschung und Innovation" in Europa werden und mit dem Massachusetts Institute of Techology (MIT) mithalten. Ziel sei es, herausragende Wissenschaftler in Europa zu halten, so Kommissionspräsident José Manuel Barroso gegenüber der dpa. Seit einiger Zeit warnen Experten vor dem Abwandern akademischer Spitzenkräfte, dem so genannten "Brain Drain". Das Technologieinstitut soll dem entgegenwirken und sich vor allem mit Fragen der Energie, der Umwelt sowie der Informations- und Nanotechnologie befassen.



Kabinett plant Aktionsprogramm zur Informationsgesellschaft 2010
Im Auftrag des Bundeskabinetts arbeitet das Bundeswirtschafts-
ministerium
(BMWI) ein Aktionsprogramm zur "Informationsgesellschaft Deutschland 2010" (kurz iD2010) aus. "IKT und digitale Medien bieten große Wertschöpfungspotenziale und sind wichtige Treiber für mehr Innovation, Wachstum und Beschäftigung", heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Bundesregierung wolle die Entwicklung der IKT-Branche (Informations- und Kommunikationstechnik) mit moderneren rechtlichen und technologischen Rahmenbedingungen gezielt fördern. Die Bedeutung der IKT-Branche für die deutsche Gesamtwirtschaft ist im letzten Jahrzehnt deutlich gestiegen. Während die IKT 1994 noch 4,7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitrug, waren es 2004 bereits 6,8 Prozent; auf die Bruttowertschöpfung bezogen hat die Branche mit 87 Milliarden Euro inzwischen den Maschinen- und den Automobilbau überholt und liegt jetzt auf dem ersten Platz. "Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, da die IKT-Branche deutlich stärker wächst als die Gesamtwirtschaft und damit Motor für die Konjunktur bleibt", heißt es aus dem BMWI.