Heiße Herbstmessen
Mit der Systems und der DMS Expo stehen im Herbst zwei weitere Messe-Highlights für die ITK-Wirtschaft auf dem Programm. Die Systems hat im vergangenen Jahr dank neuem Konzept wieder mehr Aussteller und Besucher angezogen. Der Mittelstand-Fokus soll daher auch in diesem Jahr Bestand haben. Vom 24. bis 28. Oktober können sich die Besucher auf dem Messegelände München zu folgenden Themenschwerpunkten informieren: Betriebswirtschaftliche Standardsoftware, digitale Medien, Office-Geräte, IT-Sicherheit und Telekommunikation. Knapp einen Monat früher, nämlich am 27. September, öffnet die DMS Expo zum zehnten Mal ihre Pforten. Auf rund 15.000 Quadratmetern der Messe Essen präsentieren über 300 Aussteller, wie sich bislang papiergebundene Geschäftsprozesse vollständig elektronisch abbilden lassen. Begleitet wird die größte europäische Spezialmesse zum Thema elektronische Informations- und Dokumentenverarbeitung von einer dreitägigen Fachkonferenz.



Die Dinosaurier sind zurück
Sie heißen Stacy 4, C64 oder Osborne 1 – und lassen die Herzen von Computer-Nostalgikern höher schlagen. Wer gerne in IT-Nostalgien schwelgt, der kommt nun im Internet voll auf seine Kosten. Auf der virtuellen Museumsseite Homecomputermuseum.de findet sich eine ausführliche Übersicht zu den Anfängen von PC und Videospielen. Neben Informationen zu Geräten und Herstellern bietet die Seite Tipps und Tricks, eine Tauschbörse, einen Flohmarkt und ein Forum. Das private Online-Museum wurde 1996 gestartet und ist zurzeit ein gemeinsames Projekt von vier leidenschaftlichen Sammlern. Heute steht das Heimcomputermuseum allen Interessierten offen, die das Gezeigte sinnvoll ergänzen können.



Hessen hält die ITK-Branche auf Trab
Zwei hochkarätige IT-Events locken Branchenexperten nach Frankfurt: Die Aktionslinie hessen-IT veranstaltet im Auftrag des hessischen Wirtschaftsministeriums den ersten 24-Stunden-IT-Kongress. "IT around the clock" will Hersteller, Anwender, öffentliche Verwaltungen, Wissenschaftler und Studierende zusammenführen und vernetzen. "Die Aktionslinie hessen-IT hat sich zur Aufgabe gestellt, die zentrale Informations- und Kommunikationsplattform in Hessen zu sein", kommentiert Leiterin Gabriele Medewisch die Veranstaltung. Dazu bietet der Kongress Workshops und ein ausgedehntes Nachtprogramm mit Webdesign-Wettbewerb, LAN-Party und Nachtkino. "IT around the clock" findet am 7. und 8. September in Frankfurt am Main statt.

Schlanker Staat und noch mehr Service für Wirtschaft und Bürger - unter diesem Motto veranstaltet das Land Hessen sein zweites eGovernment Forum im Congress Center der Messe Frankfurt. Am 11. und 12. Oktober haben Führungskräfte und Mitarbeiter aus Verwaltung und Wirtschaft die Gelegenheit, sich bei nationalen und internationalen Experten zu informieren, wie die moderne Verwaltung der Zukunft aussieht. Für einen Blick über den Tellerrand sorgen internationale Gastredner, die eGovernment-Ansätze aus anderen Ländern vorstellen. Darüber hinaus präsentieren rund 25 Unternehmen in der begleitenden Ausstellung, welche Lösungen die Fachwelt heute schon bereithält. Zu den Ausstellern gehören unter anderem SAP, Siemens, Hewlett-Packard, Open Text, CSC und das Fraunhofer Institut SIT.



Führerschein bald am Computer
Die theoretische Fahrerlaubnisprüfung als "Videospiel" könnte bald Realität werden. Erste Vorversuche an ausgewählten Standorten verlaufen nach Auskunft des TÜV Süd "sehr viel versprechend". Laut dessen Führerscheinexperte Gerhard Müller setzen nur noch acht Länder in der EU den Papier-Fragebogen für die theoretische Prüfung ein. Doch wirklich fortschrittlich seien die Prüfungen am Computer in den anderen Ländern nicht. Während sich viele Nationen darauf beschränkten, den traditionellen Fragebogen auf den Rechner zu überspielen, sei man in Finnland schon einen Schritt weiter. Dort stelle der Prüfling anhand realitätsnaher Computersimulationen unter Beweis, dass er gefährliche Verkehrssituationen rasch erkenne und richtig reagiere. Diese Art der theoretischen Führerscheinprüfung könnte laut TÜV Süd in Deutschland ab 2009 Wirklichkeit werden. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit mit der Entwicklung und Umsetzung. Die ersten Testerfahrungen bewerten die Experten durchweg positiv, heißt es in einer Erklärung des TÜV Süd. Dass die Erfolgsquote bei der elektronischen Fahrerlaubnisprüfung niedriger wird, glauben sie indes nicht. Die Testpersonen gingen mit dem Computer ebenso selbstverständlich um wie mit Stift und Fragebogen.

IFA 2005:
Die Welt sieht flach
Starke Resonanz und zahlreiche Geschäftsabschlüsse - die Internationale Funkausstellung hat die Unterhaltungselektronik-Branche in Hochstimmung versetzt. Mehr als 250.000 Besucher ließen sich von der diesjährigen IFA begeistern. Vor allem die Zahl der internationalen Fachbesucher habe gegenüber 2003 stark zugenommen - um stattliche 56 Prozent, wie es in einer Mitteilung des Veranstalters heißt. Zu den Publikumsmagneten zählten vor allem HDTV, DVD-Recorder, MP3-Komponenten und Neuheiten rund um die digitale Fotografie. Besonders gefragt waren großformatige LCD- und Plasma-Fernseher. Doch auch die Aussteller aus anderen Themenbereichen wie Navigations- und HiFi-Geräte kehren mit vollen Auftragsbüchern aus Berlin zurück. "Die IFA 2005 hat sich wieder als die zentrale Veranstaltung der Consumer Electronics erwiesen. Die Branche erfährt mit der IFA 2005 einen kräftigen Wachstumsschub für das kommende Geschäftsjahr und für die Fußball-WM 2006", so das Fazit von Hans-Joachim Kampf, Vorsitzender des IFA-Vorstandes.



Viel Bewegung im Highspeed-Markt
Es muss nicht immer DSL sein - Surfen und Telefonieren über das Kabel sind in anderen Ländern weit verbreitet. Nur in Deutschland hält sich DSL hartnäckig als erste Zugangsform für Highspeed-Internet. Das soll anders werden, wenn es nach dem Netzbetreiber Kabel Deutschland geht. Seit Anfang August rüstet das Unternehmen in Rheinland-Pfalz und im Saarland sein Netz auf. Damit können die Kunden über das Fernsehkabel künftig auch ins Internet gehen und Telefonieren. Nach Abschluss der Arbeiten werden rund drei Viertel der Kabelhaushalte in den beiden Ländern die Angebote nutzen können, heißt es aus dem Unternehmen. Eine weitere Ausweitung des Services sei in Planung. Mit dem Ausbau seines Breitbandangebots steigert Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber den Druck auf Marktführer Telekom. Die arbeitet derweil nicht weniger intensiv an neuen DSL-Angeboten. So erweitert die T-Com den Pilotbetrieb mit schnellen DSL-Anschlüssen in Stuttgart und Hamburg, wo rund 800 Haushalte ADSL2+ beziehungsweise VDSL testen können. Gleichzeitig senkt das Unternehmen die Preise für die T-DSL-Flatrate für Geschäftskunden um 70 Prozent. Marktbeobachter erwarteten, dass sich durch attraktive DSL-Alternativen wie das Kabel der Preisdruck weiter verschärft. Die Kunden wird’s freuen.



Hamburg wählt digital
Am 18. September testet Hamburg das digitale Kreuzchen. In zwei Wahllokalen haben Bürger die Möglichkeit, zusätzlich zur Bundestagswahl das Wählen mit einem digitalen Stift auszuprobieren. Damit will Hamburg die Akzeptanz und Handhabung des neuen Wahlgeräts bei Bürgern und Wahlhelfern testen, heißt es in einer Mitteilung. Wer die neue Art zu wählen ausprobieren möchte, erhält vor Ort einen Stimmzettel mit grauen Rasterlinien, der extra für diesen Test angefertigt wurde. Der spezielle Kugelschreiber registriert mittels eingebauter Kamera, wo das Kreuz gesetzt wird. Nach dem Wahlvorgang gibt der Wähler den Stift beim Wahlvorstand ab. Dieser beendet den Wahlvorgang, indem er die Daten vom Stift über eine Dockingstation auf einen Rechner lädt. Das soll das manuelle Auszählen der Stimmen ersetzen, so dass die Ergebnisse schneller zur Verfügung stehen. Die Teilnahme an der Testwahl ist freiwillig und wird nicht registriert. Sie dient als Testlauf für die Hamburger Bürgerschaftswahl 2008.



Internet-Telefonie gegen den Würgegriff der Tarife
"Dass Internet-Telefonie billig ist, hat sich herumgesprochen. Weniger bekannt sind ihre weiteren Vorteile." Mit dieser These eröffnete Bernhard Jodeleit, Ressortleiter der Fachzeitschrift "connect", eine spannende Diskussion des hightech presseclub (hpc) im Münchner Lenbach-Palais zum Thema "Voice-over-IP: Hype oder Revolution unserer Kommunikation?" VoIP sei an der Schwelle zum Massenmarkt, waren sich die Teilnehmer von Cisco, 1&1, sipgate und dem Verband der Internetwirtschaft eco einig. Das Zusammenwachsen von Computerwelt und Telefon mache Geräte und Anwendungen immer intelligenter. Doch spiele VoIP im Business eine ganz andere Rolle als beim Endverbraucher. Während Unternehmen in eine offene Technologie investieren wollten, legten Privatkunden Wert auf niedrige Preise, erklärte Ernst Engelmann von Cisco. Allerdings garantierten die Service-Provider zum größten Teil noch keine hohen Service-Standards, monierten die Experten. "Wenn der Anspruch ‚möglichst kostenfrei’ lautet, kann man eben nicht viel erwarten", so Joachim Hofman von 1&1. Dennoch würden Mehrwertdienste, die man bisher nur von ISDN kenne, immer wichtiger. Alles in allem seien die Preise für Internet-Telefonie bereits am unteren Ende. Künftig werde der Wettbewerb über Services und Sicherheit entschieden.