Vom Brain Drain zum Brain Gain
Deutschland ist für ausländische Wissenschaftler wieder attraktiver. Laut einer Umfrage der Financial Times Deutschland verzeichnen deutsche Forschungseinrichtungen einen immensen Anstieg an internationalen Bewerbern. Vor allem die Zahl der Interessenten aus China und Indien habe stark zugenommen. Grund für den großen Andrang seien auch die verschärften Einreisebedingungen in die USA, von der vor allem deutsche, britische und kanadische Forschungsstätten profitierten. Der noch vor einiger Zeit gefürchtete Brain Drain - also das Abwandern deutscher Akademiker ins Ausland - hat sich quasi ins Gegenteil gekehrt: "Uns gelingt eher ein Brain Gain," so Bernd Wirsing, Sprecher der Max-Planck-Gesellschaft. Auch die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bestätigen diesen Trend.


Kampf der Softwarepiraterie
Der Branchenverband BSA (Business Software Alliance) blickt auf ein erfolgreiches Jahr im Kampf gegen den illegalen Softwareeinsatz zurück. Die Zahl der abgeschlossenen Fälle nahm im Jahr 2004 um rund 190 Prozent auf 740 zu. Über 11.000 Rechner waren dabei Ziel von BSA-Ermittlungsaktivitäten. Auch die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden sei weiterhin sehr eng: In rund 400 Fällen hätten sich Polizei und Staatsanwaltschaft an die BSA gewandt. In der Statistik der Bundesländer hat Baden-Württemberg Bayern als Spitzenreiter abgelöst. 21 Prozent aller deutschen Fälle bearbeitete die BSA im Südwesten der Republik, verglichen mit 20 Prozent im Freistaat. Auf Platz drei folgt Nordrhein-Westfalen mit 14 Prozent. Die Schadensersatzzahlungen von Unternehmen, denen der Einsatz illegaler Software nachgewiesen werden konnte, seien um fast 40 Prozent angestiegen, so die BSA. Das gute Ergebnis führte die BSA auf die im März 2004 gestartete "Schonfrist-Kampagne" zurück.



E-Commerce Boom in Deutschland ungebrochen

Bestellungen per Mausklick werden für den Handel immer wichtiger. Nach einer Studie des Branchenverbandes Bitkom überschritten die bundesweiten Umsätze erstmals die Marke von 200 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umsätze um 76 Prozent auf 202,6 Milliarden Euro. 89 Prozent davon entfielen auf Geschäfte zwischen Unternehmen. Allerdings legte auch der Online-Handel mit Privatkunden stark zu. Auch im deutschen Versandhandel haben sich die Internetumsätze seit dem Jahr 2000 beinahe verfünffacht. Nach Einschätzung von Bitkom wird sich das Online-Handelsvolumen bis 2008 noch mehr als verdreifachen. Neben der steigenden Zahl der Internetnutzer hat die Studie folgende Treiber für E-Commerce ausgemacht: hohe Sicherheitsstandards, die bessere Akzeptanz elektronischer Bezahlungssysteme und die steigende Bereitschaft, für Online-Inhalte zu bezahlen.



Online-Banking liegt voll im Trend
Nahezu zwei Drittel der deutschsprachigen Internet-Nutzer haben im vergangenen halben Jahr Online-Banking im privaten Bereich eingesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die 19. W3B-Studie des Hamburger Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Fittkau & Maaß, an der sich über 100.000 Befragte beteiligten. Interessant sind Bankgeschäfte über das Internet demnach vor allem für 30- bis 39-jährige Internet-Nutzer, die zu 70 Prozent Online-Banking betrieben haben. Die höchste Bereitschaft, künftig ins Online-Banking einzusteigen, zeigten mit 15,5 Prozent Jugendliche im Alter bis zu 19 Jahren. Den Experten von Fittkau & Maaß zufolge hängt die Bereitschaft zum Einstieg ins Online-Banking wesentlich davon ab, wie lange ein User bereits mit dem Web vertraut ist. Sicherheit und Bekanntheitsgrad des Anbieters seien ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Generell zählten Websites zum Thema Finanzen, Börse und Aktien aus Nutzersicht zu den interessantesten Informations-Angeboten im World Wide Web: Jeder achte Nutzer (12%) gab in der Studie an, Websites dieser Art regelmäßig zu nutzen.

Spammern auf der Spur
Beschwerden gegen unerwünschte Werbe-E-Mails sollen künftig konsequenter verfolgt werden. Zu diesem Zweck wollen die Mitgliedsstaaten der EU in Zukunft enger zusammenarbeiten und gezielt gegen Spam-Versender vorgehen. Wie die Europäische Kommission in Brüssel mitteilte, sind der Anti-Spam-Initiative bislang 13 europäische Staaten beigetreten, darunter Frankreich, Italien und Spanien. Deutschland habe sich der Initiative noch nicht angeschlossen, doch ein Beitritt sei angedacht, so die EU-Kommission. Derweil fordert auch die Bundesregierung härtere Maßnahmen gegen den E-Mail-Müll: Bußgelder von bis zu 50.000 Euro sollen Spammern die Lust am Versenden zigtausender Werbebotschaften verderben. Möglich machen soll dies eine entsprechende Ergänzung des Teledienstegesetzes. Experten schätzen, dass mehr als die Hälfte aller E-Mails in der EU unerwünschte Werbesendungen sind. Der Großteil der Nachrichten stammt aus Nicht-EU-Staaten, vor allem den USA und China.



Großbritannien: Trend zum Zweit-Handy
In Großbritannien gibt es seit kurzem mehr Handys als Einwohner. Wie die Mobile Data Association berichtet, geht die Zahl der aktiven Handy-Verträge weit über die 60-Millionen-Grenze hinaus. Damit ist Großbritannien der sechste europäische Staat, in dem die Mobilfunk-Marktsättigung größer Eins ist. Dies ist bereits in Schweden, Portugal, Island, Italien und Luxemburg der Fall. Dabei nimmt Großbritannien mit 133 Prozent Marktsättigung den Spitzenplatz ein. Für dieses Phänomen sieht die MDA zwei Gründe - zum einen, dass viele Nutzer mehrere Handys für private und berufliche Kommunikation nutzen, oder unterschiedliche Geräte für Telefonate und Datenanwendungen besitzen. Zum anderen tragen auch Touristen, Geschäftsreisende und zeitweilige Besucher zum Handy-Boom in Großbritannien bei: Viele Reisende legen sich ein Handy im Gastland zu, um Roaming-Gebühren zu sparen. Experten gehen davon aus, dass es auch für Deutschland noch Potenzial beim Verkauf von Mobiltelefonen gibt. Bisher kauften die Kunden meist subventionierte Geräte bei der Verlängerung ihrer Verträge. Mittlerweile ist aber auch in Deutschland ein deutlicher Trend zum Erwerb von Geräten ohne Vertrag beziehungsweise mit Zweitvertrag zu erkennen.



Deutsche sorglos beim Thema IT-Sicherheit
Allen Warnungen und Sicherheitsvorfällen zum Trotz: Jeder Vierte deutsche Internetanwender surft ohne Virenschutz durchs Netz. Dies zeigt eine repräsentative Studie von TNS Emnid im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Lediglich die Hälfte der Web-Nutzer setzt demnach eine Firewall ein, ebenfalls nur jeder Zweite sichert seine Daten regelmäßig. Ähnlich nachlässig gehen die Deutschen mit dem Thema Patchen um: Laut Studie kümmert sich nur jeder Dritte regelmäßig um ein Update seiner Sicherheitslösungen. Obwohl die meisten Deutschen sorglos im Internet unterwegs sind, ist das Wissen um die Gefahren aus dem Internet relativ hoch: Das der eigene PC von Fremden übernommen und gesteuert werden kann, wissen 90 Prozent der Befragten. Darüber hinaus sind sich sieben von zehn Nutzern bewusst, dass die Absenderadressen von E-Mails gefälscht sein können. Trotzdem schützen sich die deutschen Internetnutzer nicht ausreichend.


Verkaufsrekord: Deutsche fotografieren wie wild - und digital
Fotografieren ist in Deutschland beliebter denn je. Mit rund 8,4 Millionen verkauften Kameras verzeichnete der Photoindustrie-Verband einen neuen Rekord. Gegenüber 2003 legte die Stückzahl mit einem Plus von knapp 20 Prozent noch einmal kräftig zu. Dass vor allem die Digitalkameras mit sieben Millionen verkauften Exemplaren für den Rekord verantwortlich zeichnen, ist kaum überraschend. Mittlerweile seien über 80 Prozent aller in Deutschland verkauften Kameras digital, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Unter den Digicams wiederum tragen digitale Spiegelreflexkameras zum überdurchschnittlichen Wachstum bei. Auch der Markt für Fotozubehör zog an. So wurden 2004 gegenüber dem Vorjahr 15 Prozent mehr Wechselobjektive verkauft. Entsprechend optimistisch sieht die Branche in die Zukunft. Die Verbraucher hätten die Lust am Fotografieren wiederentdeckt und neu intensiviert. Für das Jahr 2005 rechnet der Photoindustrie-Verband mit rund 8 Millionen verkauften Digitalkameras. Damit gäbe es dann etwa 20 Millionen aktiv genutzte Digitalkameras in Deutschland. Ab 2006 allerdings dürfte sich die Wachstumslinie verflachen.