Liebe Leserinnen und Leser,

für 2005 rechnet unser Branchenverband BITKOM mit 3,5 Prozent Wachstum: 74 Prozent der Unternehmen erwarten im nächsten Jahr steigende Umsätze, 46 Prozent wollen neue Arbeitsplätze schaffen. Besonders optimistisch blicken wieder Softwareanbieter, IT-Dienstleister und Mobilfunkbetreiber in die Zukunft. Treiberthemen werden Security, ERP, Outsourcing oder Mobile Computing sein.

Das sind wirklich ermutigende Zeichen für unsere Branche – das große Bild (Binnennachfrage, Konsumklima, Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung) sieht jedoch leider immer noch düster aus. Deutschland wird auch 2005 der globalen Konjunkturentwicklung hinterherlaufen.

2004 war für uns und unsere Kunden überwiegend ein gutes, aber kein leichtes Jahr. Es musste hart gekämpft werden – um den in Deutschland zum "geilen Geiz" verführten und von Zukunftsängsten verschreckten Privatkunden, um die nur mit größter Vorsicht investierenden Business-Kunden, gegen die in Deutschland international führende Preiserosion und den zunehmenden globalen Wettbewerb aus allen Richtungen.

Der Anpassungsdruck wird sicherlich weiter zunehmen, aber die Branche scheint nach Jahren des "Rightsizing" gut für die Zukunft gerüstet. Wobei speziell im Kommunikationsbereich die Frage gestellt werden muss, inwieweit Aufgaben und Ressourcen noch in Einklang sind.

Mehr – breiter – tiefer – spannender

Das über Jahre zu beobachtende "Job-Enrichment" unserer Gegenüber bei den Kunden schritt auch in 2004 weiter voran – wohlgemerkt ohne eine stärkere Ressourcierung der PR-Abteilungen.

Neben der notwendigen Kommunikation von Unternehmens- und Produktnachrichten nehmen Aufgaben aus Issue-Management beziehungsweise themenbezogener PR, markenorientierter PR-Kommunikation, Fragen der Krisenprävention und des Krisenmanagements immer größeren Raum ein. Wegen der zentralen Lage Deutschlands wächst vielen unserer Kunden in bisher nicht gekanntem Maße auch länderübergreifende Verantwortung zu, meist Richtung Osteuropa, aber auch immer häufiger Richtung Westen. Und die von vielen unserer Kunden durchlaufenen Change-Prozesse wollten auch kommunikativ begleitet sein.

Dass bei der sich weiterhin wandelnden Medienlandschaft mit noch mehr Wettbewerb um den redaktionellen Raum zu rechnen ist, dass sich das von PR-Verantwortlichen zu steuernde Maßnahmen-Set weiter vergrößert und die Anforderungen an Konzeption, Planung und die Steuerung zunehmend komplexerer PR-Prozesse steigen, sei nur am Rande erwähnt.

Der Druck zur Anpassung, die Notwendigkeit zur schnellen Weiterqualifizierung und natürlich auch die tagesgeschäftliche Belastung in der Unternehmenskommunikation nehmen weiter zu.
Und quasi nebenbei erwartet das Unternehmensmanagement verstärkt Beweise für den Wertschöpfungsbeitrag der wachsenden Investitionen in Kommunikation. Interne "PR für PR" ist gefragt, bessere und umfassende Evaluation gefordert.

Das Aufgabenspektrum der PR-Verantwortlichen ist vielfältiger geworden, die strategische Bedeutung von Kommunikation nimmt zu. Im nächsten Schritt müsste die Einsicht erfolgen, dass – wenn dem so ist – die Ressourcenseite ebenfalls aufgestockt werden muss.

Sichtbarkeit und neue Plattformen

Als erfreulich beurteilen wir die zunehmende Zahl an Plattformen und Foren, die sich PR-Branche und Unternehmenssprecher schaffen – zum fachlichen Austausch, aber auch, um ein dem Berufsbild adäquates Standing zu gewinnen. Ob DPRG, GPRA, Verlage, Fortbildungseinrichtungen oder der neue Pressesprecherverband – das Engagement für PR-Kommunikation als solche gewinnt an Moment, leider nicht immer unter einem Dach. Wobei gerade dem jungen, aber schon über 1.000 Mitglieder starken Pressesprecherverband mit dem ersten Kommunikationskongress in Berlin der größte Wurf gelungen ist.

Fink & Fuchs Public Relations selbst ist mit dem Verlauf des Jahres 2004 zufrieden. Wir haben unser Team an den Standorten Wiesbaden und München nachhaltig auf nunmehr 58 Kollegen ausgebaut, werden mit über 8 Prozent wachsen und unsere führende Rolle unter den Spezialagenturen weiter festigen können. Dies verdanken wir in erster Linie unseren langjährigen Kunden, aber auch dem Gewinn neuer Mandate.

Unsere Investitionen in Methodik, neue Services und Internationalisierung haben erste Früchte getragen. Zudem durften wir uns auch dieses Jahr wieder über Auszeichnungen freuen: den PR-Award für die beste "Business-to-Business"-Kampagne (Kunde Cisco) und den PR-Award "Publicity" für eine Consumer-Kampagne für das Produkt Eye-Toy von Sony Computer Entertainment.

Für 2005 rechnen wir bei steigenden Anforderungen mit einer weiteren Erholung des Marktes. Unser Team wird auch im kommenden Jahr wieder sein Bestes für die erfolgreiche Kommunikation unserer Kunden geben. Und wir freuen uns vor allem auf die konstruktive und persönliche Zusammenarbeit mit Kunden, Journalisten und Partnern.


Ich wünsche Ihnen ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2005!

Ihr Stephan Fink
Sprecher des Vorstands
Fink & Fuchs Public Relations AG