Mit eigenen Bilderwelten erfolgreicher kommunizieren

Von Bettina Deda, Mitglied der Agenturleitung

Wer kennt sie nicht, die Standard-Pressefotos, die in vielen Firmenarchiven schlummern: veraltete Büroumgebungen, nackte Produkte vor grau-braunem Hintergrund oder gestellte Szenen mit lächelnden Models, die eher künstlich wirken, als die Botschaft des Unternehmens zu transportieren.

Aus der täglichen Praxis wissen wir, dass PR-Arbeit immer noch sehr textlastig ist. An Visualisierung wird oft erst dann gedacht, wenn die Texte schon geschrieben sind. Dann beginnt die leidige Suche nach "passendem" Bildmaterial, die oftmals nur mit "Notlösungen" endet.


Komplexe Themen interpretieren

Komplexe Sachverhalte lassen sich mit Bildern wesentlich besser verstehen, visualisierte Botschaften werden von den Zielgruppen schneller erfasst und prägen sich nachhaltig ein. Visualisierung heißt, abstrakte Sachverhalte mit optischen Mitteln darstellen und das Unsichtbare sichtbar machen. Mit den Mitteln der Visualisierung werden also unstrukturierte Daten in eine angebrachte, verstehbare Form gebracht. Visualisierte Daten sind demnach immer interpretiert, folgert die freie Enzyklopädie Wikipedia.

Für den PR-Profi sind eigene Bilderwelten unerlässlich, um nachhaltig das Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit zu beeinflussen. Stringente Bilderwelten lassen sich in der PR-Arbeit vielfältig einsetzen: nicht nur Pressemeldungen zum Unternehmen, zu Produkten oder Personalwechseln, sondern auch Events und Druckschriften wirken durch Bilder wesentlich stärker und bleiben länger in Erinnerung. Besonders Geschäftsberichte, Image- oder Themenbroschüren profitieren vom professionellen Einsatz durchdachter Bilderwelten. In der heutigen Zeit der Informationsüberflutung geht der Trend hin zu mehr Bildern und weg von bleiwüstenartigen Informationsangeboten. Wochenmagazine und Tageszeitungen entwickeln sich immer stärker in diese Richtung.

Ute Ebers, PR-Managerin von EMC Deutschland: "Ein einheitlicher Auftritt ist ein wichtiger Bestandteil der Kommunikationsstrategie. Das gilt für die Wortwahl und Tonalität ebenso wie bei der Visualisierung. Für unsere Themenbroschüren Langzeitarchivierung digitaler Daten und Information Lifecycle Management wie für unsere neue Imagebroschüre haben wir gemeinsam mit Fink & Fuchs PR eine Bildsprache ausgewählt, die die Inhalte optimal ergänzt. Die Motive sollen auch das Verständnis unserer teilweise sehr komplexen Themen für Kunden, Partner und Medien erleichtern. Dank des somit geschaffenen Wiedererkennungswerts werden die Themen nachhaltig in den Köpfen der Empfänger verankert."


Zielmedien im Auge behalten

Die Bandbreite an Visualisierungsmöglichkeiten ist groß: das Instrumentenset reicht vom klassischen Pressefoto über die Infografik, die audiovisuelle Darstellung des Internet-Auftritts bis hin zur Produktion von fernsehtauglichem Videomaterial und dem professionellen TV-Auftritt. Besonders für Unternehmen, die ihre Produkte an Endverbraucher absetzen, sind TV-Auftritte aufgrund der hohen Reichweiten interessant. Aber auch im Business-to-Business-Geschäft kann die Visualisierung komplexer technischer Sachverhalte neue Zielgruppen ansprechen.

Wie bei allen PR-Aktivitäten ist auch bei der Visualisierung entscheidend, welches Medium Sie für den Transport Ihrer Text- und Bildinformationen nutzen möchten. Nachrichtenagenturen und tagesaktuelle Medien sprechen ihre Leser mit anderen Visualisierungsformen an als Hochglanz-Lifestyle-Magazine, die Fachpresse oder TV-Sender.

Tipp: Informieren Sie sich über die Bildsprache der Zielmedien, bevor Sie Zeit und Geld investieren.

Fazit: Beziehen Sie das Thema Visualisierung bereits frühzeitig in die Planung Ihrer Kommunikationskampagnen mit ein. Produkt-Einführungen, Events oder Broschüren verankern sich durch stringente Bilderwelten nachhaltiger in den Köpfen der Zielgruppen. Nach und nach können Sie so eine Bilderwelt aufbauen, die Ihre Botschaften optimal ergänzt und damit das gewünschte Bild in der Öffentlichkeit prägt.