Die Verlagsgruppe Handelsblatt plant eine neue Tageszeitung im Tabloid-Format. Zielgruppe der vollwertigen Tageszeitung sollen jüngere Leser sein, denen man einen schnellen und leichten Überblick über das Tagesgeschehen bieten will. Geplant ist die Schaffung einer eigenständigen Redaktion, deren Chefredakteur Klaus Madzia werden soll. Madzia war zuletzt Chefredakteur des mittlerweile eingestellten Titels Net Business.



Der Axel Springer Verlag und der Spiegel-Verlag Rudolph Augstein kehren in ihren Publikationen zur alten Rechtschreibung zurück. Dies kündigten die Unternehmen gemeinsam am 06. August 2004 an und richteten gleichzeitig einen Appell an andere Medienunternehmen und Nachrichtenagenturen, sich diesem Schritt anzuschließen. Der Süddeutsche Verlag will ebenfalls zur alten Rechtschreibung zurückkehren. Der "Focus" und die "Frankfurter Rundschau" lehnen dies jedoch ab. Auch bei Gruner + Jahr, dem größten Zeitschriftenverlag Europas, haben sich die Chefredakteure der einzelnen Titel mehrheitlich gegen eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung ausgesprochen. Die Nachrichtenagentur dpa will vor der Umstellung erst ihre Kunden befragen.



Die Printausgabe der Computer Bild Spiele
erschien am 04. August diesen Jahres erstmals in zwei Varianten. Sie konnte am Kiosk in der klassischen Version mit beigefügter CD-ROM oder erstmals mit einer DVD gekauft werden. Laut Frank Surholt, Chefredakteur von Computer Bild Spiele, passen auf die DVD bis zu sechs mal mehr Inhalte als auf die CD-ROM. Damit kann der Axel Springer Verlag seinen Lesern mehr Voll- und Demoversionen von Spielen sowie Trailer von Neuerscheinungen anbieten.



Gegen Ende des Jahres will der zur Vogel Medien Gruppe gehörende Cypress Verlag ein neues Spielemagazin auf den Markt bringen, das derzeit noch unter dem Arbeitstitel PC Spiele läuft. Nach Angaben des Verlags soll das Blatt den Lesern Kaufberatung bieten und als Informationsplattform der Interactive-Industrie dienen. Martin Deppe, bislang Producer beim Karlsruher Spielehersteller CDV, wird den Posten des Chefredakteurs besetzen. Stellvertretender Chefredakteur soll Florian Stangl werden, der derzeit noch als Producer bei Gamestar (IDG) arbeitet.



Laut Dr. David Ward, dem ehemaligen Generaldirektor des Europäischen Medieninstituts (EIM), erreicht die Konzentration der Medien in vielen europäischen Ländern gesetzliche Grenzen. Im Auftrag der niederländischen Medienaufsicht (Commissariaat voor de Media) erstellte Ward den ersten länderübergreifenden Vergleich für zehn westeuropäische Staaten. Besonders im Rundfunk schreitet der Konzentrationsprozess schnell voran. Nach Italien besteht im deutschen TV-Markt die höchste Konzentration. Hier sind die Zuschaueranteile stark auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die RTL-Gruppe und die ProSiebenSat.1-Gruppe konzentriert. Nur acht Prozent der Zuschaueranteile entfallen auf andere Anbieter.


Der Süddeutsche Verlag (SV) strafft die Führungsstruktur. Der gesamte Verlag, insbesondere seine beiden wichtigsten Bereiche Süddeutsche Zeitung und Fachinformationen, werden künftig direkt von den beiden SV-Geschäftsführern Hanswilli Jenke und Klaus Josef Lutz geführt.



Nach Einschätzung der Werbewirtschaft werden die Einnahmen der Medien aus dem Anzeigengeschäft in diesem Jahr wieder leicht steigen. Gegenüber 2003 rechnet der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) mit einem Plus von zwei Prozent. Dennoch brauche der Markt noch Jahre, um den Höhepunkt der Werbeausgaben in 2000 zu erreichen, so ZAW-Präsident Hans-Henning Wiegmann. Die größten Impulse für diese positive Entwicklung des Werbemarkts kommen den Angaben des ZAW zu Folge vor allem aus der Software- und Telekommunikationsindustrie.



Der Stern erreicht mit 12,1 Prozent die höchste Gesamtreichweite unter den Magazinen. Zu diesem Ergebnis kommt die Media Analyse (MA) 2004/II, die am 20. Juli in Frankfurt am Main veröffentlicht wurde. Den zweiten Platz belegt der Focus mit 9,6 Prozent, gefolgt vom Spiegel mit 8,8 Prozent. Platzhirsch bei den überregionalen Tageszeitungen ist mit 1,15 Millionen Lesern die Süddeutsche Zeitung vor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit 900.000 Lesern und Die Welt mit 590.000 Lesern. Die Media-Analyse (MA) ist eine von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. (AG-MA) getragene Standarduntersuchung zur Erhebung von Nutzungsdaten für Hörfunk, Fernsehen und die Printmedien.



Die Medienverbände fürchten den Gesetzentwurf der Bundesjustizministerin zur Neuregelung des "Großen Lauschangriffs". Der Entwurf von Brigitte Zypries beseitige den Schutz von Journalisten vor staatlichen Abhörmaßnahmen. Zwar sind Abhörmaßnahmen bei Journalisten dem Wortlaut nach immer noch grundsätzlich unzulässig, im Einzelfall aber soll das Belauschen von Redaktionsräumen im Rahmen wirksamer Strafverfolgungen möglich sein. Diese neue Einschränkung werde den Informantenschutz und das Redaktionsgeheimnis durchlöchern. Deshalb fordert der Presserat in Zusammenarbeit mit mehreren Verbänden die Bundesjustizministerin auf, den vorliegenden Gesetzesentwurf zurückzunehmen.




Die Leselust der Deutschen hielt sich zuletzt in Grenzen, so die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse 2004. Mehr als die Hälfte der über 300 betrachteten Publikumszeitschriften, Kundenmagazine sowie Wochen- und Kaufzeitungen verzeichnen in diesem Jahr weniger Leser als 2003. Zu den Reichweitenverlierern gehören vor allem aktuelle Magazine, Erotikmagazine, Esszeitschriften, Online-Magazine und Computerspiele-Magazine. An Reichweite zulegen konnten dagegen Magazine für Garten, Wohnen und Einrichten sowie Autozeitschriften.