...trägt man sein Gedächtnis bald unterm Arm
Die Suche nach dem verlegten Schlüssel, der verschwundenen Brieftasche oder sonstigen Gegenständen des Alltags ist für viele Menschen ein nur zu gut bekanntes Ärgernis. Ein internationales Wissenschaftsteam will nun mittels Computer Abhilfe schaffen. Im Sommer soll der Prototyp eines tragbaren Gedächtnisses vorgestellt werden, das Ergebnis eines von der EU geförderten Projekts mit dem Namen Vampire. Das Gerät arbeitet mithilfe von zwei auf einem Helm angebrachten Kameras und kann vorher definierte Gegenstände erkennen. Der Benutzer hat die Möglichkeit, über einen Monitor Gegenstände zu erfassen, zu benennen und einzuspeichern. Diese Gegenstände werden dann ganz nach dem Motto "vier Augen sehen mehr als zwei" erkannt und angezeigt, sobald sie ins Blickfeld des Betrachters rücken. Bleibt nur zu hoffen, das man immer weiß, wo das tragbare Gedächtnis gerade ist ...



...bleiben Cowboys bald auf der Couch
Cowboys gelten als die letzten Abenteurer, die auf ihren Pferden der modernen Welt trotzen und ihre Herden durch die Prärie treiben. Zack Butler, Wissenschaftler am Dartmouth College in Hanover (USA), hat eine Vision, wie diese Idylle mit einem Schlag durch modernste Technik abgelöst werden könnte. Nach seiner Vorstellung sollten die Tiere mit ihrem Halsband eine Netzwerkkarte, einen PDA und eine GPS-Einheit mit sich tragen, dazu einen Lautsprecher. Die Weide der Kühe müsse mit einer Basis-Station ausgestattet sein, so dass der Cowboy von der heimischen Couch aus die GPS-Koordinaten eingeben könne, innerhalb derer sich die Tiere aufhalten sollen. Nähert sich die Kuh der Grenze des vorgesehenen Gebiets, dem virtuellen Zaun, initiiert das Gerät Geräusche und kleine Elektroschocks, die das Tier zu einem Richtungswechel nötigen. Die Lösung soll noch in diesem Jahr Marktreife erlangen und Farmern weltweit das Leben erleichtern.



...werden Lehrer bald überflüssig
Es ist nach fast jeder Klassenarbeit ein festes Ritual. Unzufriedene Schüler und oft auch deren Eltern beschweren sich bei der Lehrerin oder dem Lehrer über die ungerechte Benotung. Wenn die Ergebnisse eines Feldversuchs an verschiedenen High Schools im US-Bundesstaat Indiana zufriedenstellend sind, könnte dies schon bald der Vergangenheit angehören. Eine Software mit dem Namen e-rater wird hier probeweise zur Benotung von Aufsätzen eingesetzt. Derzeit überprüfen menschliche Korrektoren noch die Ergebnisse des Versuchs. Der e-rater vergleicht die eingespeisten Dokumente mit mehreren Beispieltexten und bewertet den Inhalt anhand verschiedener Kategorien. Es könnte also sein, dass man Beschwerden künftig per E-Mail an eine Softwarefirma richten muss.



...bauen Roboter jetzt auch Papierflieger
Wer erinnert sich nicht gerne daran, wie sich die ersten selbst gebauten Papierflieger in die Lüfte erhoben und welchen Erfolg es bedeutete, wenn das eigene Modell am weitesten flog. Selbst Kleinkinder lernen sehr schnell, Papier in verschiedene Figuren zu falten. Nun hat ein amerikanischer Student an der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh einen Roboter entwickelt, der einen Flieger und einen Hut basteln kann. Die Herausforderung liegt dabei in dem komplexen Bewegungsmuster und dem gleichzeitig flexiblen und festen Material. Der Roboter besteht aus einem Arm, der mit einem Saugnapf ausgestattet ist. Dieser kann das Papier aufheben und so in eine Ritze pressen, dass Falten entstehen. Noch sind jedoch die von Menschen gefalteten Objekte jenen des mechanischen Origami-Meister überlegen.


...sind vier Würmer besser als drei Viren
Wer kennt sie nicht, die Kartenspiele, in denen man Rennwagen, Motorräder und vieles mehr gegeneinander antreten lässt. Diese Sammlung wurde nun um eine noch schnellere Variante erweitert, das Viren- und Würmer-Quartett. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Plagen des Computerzeitalters verbreiten, lassen jeden Ferrari vor Neid erblassen. Das Kartenspiel, das von der Gesellschaft für Innovative Datenverarbeitungstechnik (GIT) entwickelt wurde, lässt den ersten Virus, Elk Kloner von 1981, gegen seine Nachfahren und bekannte Würmer wie LoveLetter, Netsky oder Sasser antreten. Kategorien sind neben Typ, Größe und Datum der Entdeckung auch die Verbreitung sowie der angerichtete Schaden. Die Symbole der einzelnen Viren wurden vom Kölner Künstler Jo Zimmermann gezeichnet. Interessenten können im Internet auch probeweise einige Runden gegen den Computer antreten.



...schlagen Roboter bald richtig zu
Roboter, die Sportarten erlernen, sind keine neue Erfindung. So gibt es etwa für Fußball-spielende Roboter bereits eine eigene WM. Boxende Maschinen sind hingegen Neuland. Japanische Forscher präsentierten an der Technischen Universität Darmstadt nun ihre Ergebnisse zu diesem Thema. Die etwa 40 Zentimeter großen Kämpfer sehen zwar menschenähnlich aus, ihr Verhalten ist jedoch noch nicht mit dem eines Vitali Klitschko zu vergleichen. Zwar beherrschen einige der Prototypen das Ballen der Siegerfaust oder das Muskelspiel vor dem Kampf, während des eigentlichen Fights jedoch zeigen sich noch etliche Mängel der kämpfenden Maschinen. Gehen, das Gleichgewicht halten und zielgenau zuschlagen sind für humanoide Blechkameraden derzeit eine zu große Herausforderung. Aber wer weiß, vielleicht haben die Roboter bald auch ihren eigenen WM-Gürtel.



...bewegt sich der Cursor wie von Geisterhand
Kinder spielen immer seltener an der frischen Luft, stattdessen sitzen sie den ganzen Tag vor ihrem Computer und bewegen sich viel zu wenig. Dieses Problem vieler Eltern könnte bald noch weiter verschärft werden, denn während die Kinder momentan wenigstens noch ihre Hände einsetzen müssen, um das Spiel zu steuern, könnten sie bald völlig regungslos vor dem Bildschirm sitzen. Forscher am Fraunhofer-Institut haben eine Schnittstelle zwischen Gehirn und Maschine entwickelt, mit deren Hilfe man den PC mit Gedankensteuerung bedienen könnte. Notwendig dafür ist eine Kappe mit Sensoren, und schon heute lässt sich von einer Testperson ein Balken wie von Geisterhand über den Monitor bewegen. Das "Brain Computer Interface" wertet die elektronische Hirnaktivität aus und übersetzt die Hirnsignale in Steuersignale. So könnten Joysticks und Computermäuse bald überflüssig werden.