Weg frei für die .eu-Domains
Nach über zwei Jahren zäher Verhandlungen hat die Europäische Kommission nun die Grundregeln für die Registrierung der geplanten .eu-Domians festgelegt. In der elfseitigen Verordnung steht, wer welche Domains registrieren kann, welche bevorzugten Registrierungen es geben wird und was in Streitfällen geschieht. Demnach können Unternehmen und Bürger die gewünschten Domains nach dem im EU-Deutsch so genannten "Windhundprinzip" registrieren. Das heißt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das Problem der Domain-Grabber, bei dem sich beispielsweise Personen die Namen großer Unternehmen sichern, wird durch die von anderen Registries bekannten Richtlinien der alternativen Streitbeilegung geregelt.



Der neue Name für UMTS ist "UMTS"
Könnten sie die Zeit zurück drehen, würden die Ersteigerer der UMTS-Lizenzen am liebsten noch mal von vorne anfangen. Ein Weg, das negative Image abzulegen, wäre ein Namenswechsel. Bei einer von dem Telecom-Anbieter Talkline initiierten Umfrage zeigten sich allerdings fast die Hälfte der 11.000 Teilnehmer wenig kreativ und wählten den Begriff "UMTS" als passend. Die andere Hälfte der Teilnehmer verteilten ihre Stimme auf weitere vorgegebene Begrifflichkeiten wie "Swifty" oder "Blue Stream", wobei "Supranet" noch die meisten Stimmen bekam. Einige andere Teilnehmer engagierten sich kreativ bei der Namenssucheund kamen auf Wortschöpfungen wie "XLAN", "MDSL" oder "WSDN". Mit "Tascheninternet", "Datenfix" oder "Superfunk" waren sogar einige Begriffe in deutscher Sprache dabei.



Mobilfunk-Kapazität um 80 Prozent steigern
Ein großes Problem für die Betreiber von Mobilfunknetzen stellen so genannte Interferenzen dar. Dabei überlagern sich elektromagnetische Wellen gegenseitig in Funkzellen, was die Handy-Kommunikation stark einschränken oder gar unmöglich machen kann. Eine Lösung für dieses Problem könnte die von vier Erlanger Wissenschaftlern entwickelte "Single Antenna Interference Cancellation" (SAIC) sein. SAIC nutzt dafür die Trainingssequenz der GSM-Basisstationen, dessen Code in der Mitte jedes gesendeten Datenpakets übermittelt wird. Störende Trainingssequenzen aus den Nachbarzellen können dadurch ermittelt werden, um sie dann von dem insgesamt empfangenen Signal abzuziehen. Das störende Signal wird somit eliminiert. Das Ergebnis ist eine deutlich verringerte Bitfehlerrate, eine bessere Sprachqualität und weniger Gesprächsabbrüche.



Bei IT-Fachleuten stagniert das Gehalt
Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Gehälter von IT-Fachleuten kaum verändert. Vor allem in mittelständischen Unternehmen stagnierte die Entlohnung von Programmierern, Netzwerkern und anderen Computerspezialisten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Zeitschrift Computerwoche sowie der Unternehmensberatung Towers. Insgesamt wurden die Mitarbeiter aus 95 Unternehmen mit jeweils bis zu 300 Millionen Euro Umsatz befragt. Das Durchschnittgehalt von Datenbankexperten liegt bei 32.000 Euro, bei Juniorprogrammierern um die 41.000 Euro und 60.000 Euro für Netzwerkspezialisten. Einsteiger in die IT-Beratung konnten dagegen ein Plus von zehn Prozent verzeichnen, womit sie bei durchschnittlich 41.000 Euro pro Jahr landen.



Deutscher PC-Markt mit deutlichem Wachstum
Starker Konkurrenzkampf im Notebook-Segment und niedrige Preise führen zu einem rasanten Wachstum des deutschen PC-Marktes. Einer Studie der Marktforscher von IDC zufolge legte der Absatz nach Stückzahlen im ersten Quartal um 14,8 Prozent zu. Mit Blick auf die aktuellen Wechselkurse ist die Steigerung des Handelsvolumens besonders für die US-Hersteller erfreulich. Im Business-Segment legte das Wachstum bei Desktop-Rechnern um 3,9 Prozent zu. Durch seine gute Positionierung in diesem Segment konnte Fujitsu-Siemens seine PC-Verkäufe um 53 Prozent steigern und damit seinen Marktanteil auf 17,1 Prozent ausbauen. Platz 2 belegt hier mit 11,5 Prozent Medion, die in Deutschland durch die so genannten Aldi-PCs Berühmtheit erlangten. HP und Acer folgen mit 9,7 und 8,6 Prozent.



Elektronischer Nachrichtenmüll stammt meist aus den USA
Das kalifornische Software-Unternehmen Commtouch hat ermittelt, dass 70 Prozent aller Spam-Mails Internet-Adressen enthalten, die in China gehostet werden. Anhand der IP-Adresse konnte allerdings festgestellt werden, dass rund 60 Prozent dieses Spam-Aufkommens aus den USA versendet wird, während nur 6,2 Prozent aus China stammen. Deutschland belegt mit nur 0,03 Prozent Platz 9 dieser unrühmlichen Top Ten.


Wissenschaftler enttarnen Geheimdienstdokumente
David Naccache und Claire Whelan ist es gelungen, geschwärzte Passagen in Dokumenten computergestützt wieder sichtbar zu machen. Die beiden Wissenschaftler demonstrierten ihre Ergebnisse auf der Fachtagung Eurocrypt 2004 am Beispiel des berühmten "August Memo" - das Dokument, in dem der CIA den US-Präsidenten bereits vor dem 11. September über mögliche terroristische Aktivitäten informierte. In diesem Text wurden einzelne Wörter und Textpassagen per Hand geschwärzt, um nicht alle Informationen an die Öffentlichkeit zu geben. Die Kryptologen verwandelten das PDF in eine Bitmap und ermittelten damit zunächst die Schriftart. Danach ermittelten sie Größe und Laufweite aller Wörter und verglichen diese Angaben mit den Maßen des geschwärzten Feldes. Diese simple Methode reduzierte die Zahl der möglichen Lückenfüller auf 300.



Juristen fordern Neuordnung der Mediengesetze
Auf der turnusmäßigen Tagung der Alcatel Stiftung stand die gesetzliche Neuordnung der Medien im Mittelpunkt. Derzeit gelten für herkömmliche und digitale Medien sowie Telekommunikation regulatorische und juristische Unterschiede. Die Konfusion bei der Abgrenzung zwischen dem Medien- und dem Teledienstegesetz muss laut der Stiftung ein Ende haben. Ein Online-Reiseanbieter kann beispielsweise sowohl als Medien- als auch Teledienst gelten und über seinen E-Mail-Kontakt auch noch unter die Bestimmungen für Telekommunikationsanbieter fallen. Das Nebeneinander der gesetzlichen Regelungen bezeichnete ein Jurist auf der Tagung als "gesetzgeberische Peinlichkeit" und forderte von der Politik ein schnelles Handeln. Der Datenschutz für alle Telemedien müsse nach dem Vorbild des neuen Jugendschutzgesetzes, das alte und neue Medien unter einen Hut bringt, geregelt werden.



Bundesrat stimmt Änderung des Telekommunikationsgesetzes zu
Der Bundesrat hat auf Empfehlung des Vermittlungsausschuss der grundlegenden Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) zugestimmt. Der Entwurf an die Bundesregierung sieht nicht nur die Änderung einzelner Paragraphen, sondern vielmehr eine Generalüberholung des TKG vor. In elf Themen wie "Marktzutritt", "Vergabe von Lizenzen" oder "Gebühren und Abgaben" ist der Gesetzantrag gegliedert, dem ein eineinhalbjähriger Streit zwischen Regierung und Opposition vorausging. Kern ist die Neugestaltung des Wettbewerbsrahmens, der Konkurrenten des Quasi-Monopolisten Deutsche Telekom mehr Antragsrechte an die Hand gibt. Durch das neue Gesetz würden die Wettbewerber mehr Handlungsfreiheit beim Verdacht auf Missbrauch der Marktmacht erlangen. Der Bundesrat fordert von der Regierung eine Entscheidung, die noch vor Ablauf der Legislaturperiode im Jahr 2006 getroffen wird.



Jugendliche: Handy verdrängt Festnetztelefon
In jedem vierten Haushalt von unter 25-jährigen gibt es kein Festnetztelefon mehr. Das ergab die Einkommens- und Verbraucherstichprobe des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Bei steigendem Alter nimmt der Anteil der "Handy-Nutzer-Haushalte" allerdings deutlich ab. Bei 25- bis 34-Jährigen sind es noch acht, bei den 55- bis 64-Jährigen nur zwei Prozent und bei den 70- bis 79-Jährigen lediglich einer von 100 Haushalten. Insgesamt gab es 2003 1,6 Millionen Privathaushalte mit Handy, aber ohne Festnetzanschluss. Der höchste Anteil geht dabei mit 13 Prozent auf das Konto von Arbeitslosen, den kleinsten (zwei Prozent) stellen wenig überraschend Selbstständige und Rentner.



Wachstum mit weniger Mitarbeitern
Die Chefs internationaler High-Tech-Unternehmen sehen einer Studie von Deloitte zufolge zwar Anzeichen für Umsatzsteigerung und einen globalen Konjunkturaufschwung, planen allerdings nur sehr vorsichtig Neueinstellungen. Über die Hälfte der Befragten beabsichtigen, weniger als 25 Stellen zu schaffen, 25 Prozent planen immerhin 50 Arbeitsplätze. In den Augen der CEOs haben Umsatz und Marktanteil zwar klare Priorität vor Kostensenkung und Cash-Flow-Management, die moderaten Einstellungspläne zielen aber auf profitables und nachhaltiges Wachstum. Drei von vier Befragten stuften die Chancen ihres Unternehmens auf hohe Wachstumsraten als "sehr" oder gar "extrem zuversichtlich" ein. Mit 15 Prozent sehen im Gegensatz zum vergangenen Jahr nur halb so viele Manager eine Gefährdung des Umsatzwachstums durch wirtschaftliche Faktoren.