Als auf die IT-, TK- und UE-Branchen spezialisierte Agentur beobachtet die Fink & Fuchs PR AG permanent die Themenlandschaft dieser Industrie auf kommunikative Risiken und Chancen. An dieser Stelle werfen wir jeden Monat ein Schlaglicht auf einige Issues, die unserer Ansicht nach derzeit besonders interessant sind und PR-Potenzial haben. Wenn Sie aktuell ein spannendes Issue verfolgen, schreiben Sie uns an: christina.lotz@ffpr.de



Umweltverschmutzung: Bei der Herstellung eines herkömmlichen Desktop-PCs mit Monitor werden laut einer Studie der Vereinten Nationen 1.500 Kilogramm Wasser, 240 Kilogramm fossile Brennstoffe und 22 Kilogramm Chemikalien verbraucht. Außerdem enthalten PCs giftige Chemikalien, zum Beispiel bromierte Brandhemmer, sowie Schwermetalle wie Blei und Cadmium. Diese gelangen auf der Müllhalde oder bei der Müllverbrennung in die Umwelt. Durch die schnelle technische Entwicklung und kürzer werdenden Erneuerungszyklen könnte diese Umweltbelastung in Kürze zu einem großen Problem werden, so Eric Williams von der United Nations University in Tokio. So fallen zum Beispiel in Österreich jährlich 80.000 Tonnen Elektroschrott an, davon sind 30.000 Tonnen Computer-Schrott wie Bildschirme, Rechner, Drucker oder Scanner. Um diesen zu reduzieren, entwickelt das Wiener Unternehmen Kerp derzeit eine umweltverträgliche Maus, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen soll und ohne Schadstoffe wie Blei oder Chrom auskommt. Im Laufe des Jahres will Intel seine Prozessoren, Chips und Chipsätze, die Firma National Semiconductor sogar alle Produkte ohne Blei ausliefern. Das Metall wird dabei ersetzt durch eine Mischung aus Silber, Kupfer und Zinn.



Open Source: "Linux und andere quelloffene Programme stellen eine Gefahr für die Software-Industrie dar und widersprechen Copyright-Gesetzen", schrieb SCOs President und CEO Darl McBride in einem Brief an US-Senatoren und Kongressabgeordnete. Ähnlich äußerte sich Jim Gray, Chefentwickler bei Microsoft, auf der Software Development Conference & Expo West: Es sei ihm ein Rätsel, wie die Software-Industrie existieren soll, wenn alle Anwendungen kostenlos sind. Des Rätsels Lösung: Um Gewinne zu erwirtschaften, müsse man Open Source in Lösungen integrieren, die dem Kunden per Bezahlung angeboten werden, so IBMs Vizepräsident Scott Handy auf der Open Source Business Conference 2004. Die Kollegen von HP verkaufen bereits Linux-basierte PCs in der ganzen Welt. Wie lange sich wohl die Open-Source-Gemeinde diese Ausnutzung ihrer Entwicklungen für Geschäftszwecke gefallen lässt? Diese Frage dürfte demnächst die bisherigen Streitpunkte zwischen offener und proprietärer Software ersetzen. Schließlich gab IBM selbst zu, dass bei der Migration von 40.000 Mitarbeiter-PCs auf Linux im Vergleich zu Windows keine signifikanten Kostenunterschiede bestehen. Zum Sicherheitsargument ergab eine Studie von mi2g, dass sich im Januar 2004 von 17.074 erfolgreichen Angriffen gegen Server und Netze 13.654 gegen Linux richteten. Und Microsoft hat sogar vor kurzem mit dem Windows Installer XML erstmals eine eigene Software unter Open-Source-Lizenz veröffentlicht.



Online-Betrüger: Mit dem Wachstum des E-Commerce nimmt auch die Zahl der Online-Betrügereien zu. So ermittelte VeriSign, dass die Versuche in ein fremdes System einzudringen von Mai bis Dezember 2003 um 176 Prozent gestiegen sind. Die meisten Online-Betrugsversuche wurden dabei in den USA gestartet, gefolgt von Kanada und Indonesien. Deutschland folgt bereits an neunter Stelle. In den USA gehen inzwischen 55 Prozent der Beschwerden bei der Wettbewerbsbehörde FTC auf Online-Betrugsfälle zurück. Der größte Teil bezieht sich auf Internet-Auktionen, gefolgt von Versandhandel, Dienstleistungen, Gewinnspielen und Währungsgeschäften. Der durchschnittliche Schaden beim Online-Betrug erreichte 195 US-Dollar. In Deutschland registrierte das BKA im vergangenen Jahr 57.000 Fälle von Computerkriminalität, die einen Schaden von rund 85 Millionen Euro verursachten. Doch nur ein Bruchteil wird angezeigt. Entsprechend forderte vor kurzem Bundesinnenminister Otto Schily Unternehmen und Privatleute auf, die Behörden im Kampf gegen die Computerkriminalität stärker zu unterstützen.