Als auf die IT-, TK- und UE-Branchen spezialisierte Agentur beobachtet die Fink & Fuchs PR AG permanent die Themenlandschaft dieser Industrie auf kommunikative Risiken und Chancen. An dieser Stelle werfen wir jeden Monat ein Schlaglicht auf einige Issues, die unserer Ansicht nach derzeit besonders interessant sind und PR-Potenzial haben. Wenn Sie aktuell ein spannendes Issue verfolgen, schreiben Sie uns an: christina.lotz@ffpr.de



Datenflut: Das Thema Spam verliert durch immer bessere Filter und die größere Vorsicht der Mail-Nutzer langsam an Brisanz. Doch die regulär verschickten Mails nehmen weiterhin ständig zu. Nach den Marktforschern von IDC steigt die Zahl der täglich versendeten Einzel-Mails von 9,7 Milliarden im Jahr 2000 auf 35 Milliarden im Jahr 2005. Dies könnte demnächst nicht nur die Mail-Systeme bei Providern überfordern, sondern auch die Speicherstrukturen von Unternehmen. So fordern immer mehr Firmen von ihren Mitarbeitern, elektronische Botschaften dauerhaft abzulegen. Auch neue Gesetze dürften Unternehmen bald dazu zwingen, effiziente Archivierungslösungen einzusetzen. Ihnen ist aber das Problem meist noch gar nicht klar. So gaben bei einer Umfrage von Vanson Bourne 22 Prozent von 630 IT-Verantwortlichen in 14 Ländern zu, auf Anhieb nicht zu wissen, wie viel Speicher Mails in ihren Unternehmen beanspruchen. Immerhin sagten bei einer Umfrage von silicon.de 25,6 Prozent der IT-Leiter, dass die ansteigende Datenflut in Sachen Storage die größten Probleme bereitet. Schnellere Backups lagen mit 23 Prozent knapp dahinter auf Platz zwei. Erst danach folgten die Kosten, die Bedrohung durch Viren und unterschiedliche Standards.



Illegale Musik-Downloads: In den USA herrscht bereits seit einiger Zeit ein regelrechter Krieg zwischen dem Verband der Musikindustrie RIAA und den Nutzern illegaler Musik-Tauschbörsen. Aufgrund der Anfangserfolge jenseits des großen Teiches will auch die europäische Variante IFPI (Internationaler Verband der Phonographischen Industrie) nun gerichtlich gegen die Song-Tauscher vorgehen. Die ersten Anzeigen kündigt der IFPI-Rechtsberater Allen Dixon schon für dieses Jahr an. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen der IFPI im ersten Halbjahr 2003 mindestens so viele Songs aus dem Internet heruntergeladen und auf CD gebrannt worden wie legal über die Ladentheke wanderten. Gleichzeitig ging der Branchenumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,1 Prozent zurück. Die Einnahmen der US-Musikindustrie blieben dagegen im vergangenen Jahr mit minus 0,8 Prozent fast konstant, nicht zuletzt aufgrund der juristischen Klagewelle seit September 2003. Der erste Schock scheint aber nicht lange anzuhalten. So nahm laut einer Studie der NPD Group die Zahl der US-Haushalte, die illegale Tauschbörsen nutzen, in den Monaten Oktober und November um sechs und sieben Prozent wieder zu, nachdem sie sechs Monate hintereinander zurückgegangen war.



Datenschutz: "Heraus aus der Lethargie, sonst wachen Sie morgen in einer anderen Gesellschaft auf!" So plakativ warnt Helmut Bäumler, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), die Bürger vor den Folgen der wachsenden Datensammlung von Unternehmen und Staat. Vor allem die für 2006 geplante Gesundheitskarte steht bei ihm im Kreuzfeuer der Kritik. Edda Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), sieht auch die immer weiter verbreiteten Kunden- und Rabattkarten von Unternehmen mit Sorge. Obwohl Payback, Happy Digits & Co. keine konkreten Rechtsbrüche nachzuweisen sind, sammeln sie demnach mehr Daten als zur Erfüllung der Bonusprogramme erforderlich seien. Neben den Chip-Karten geraten auch Handys zunehmend in den Fokus der Datenschützer. So haben erst kürzlich Forscher der zu Lucent gehörenden Bell Labs eine Technologie entwickelt, die unerwünschte Tracking-Services zur Ortung beliebiger Handy-Nutzer von gewünschten Lokalisierungsdiensten wie Notfall-Services oder Stadtführern trennen soll. Alexander Dix, Landesdatenschutzbeauftragter in Brandenburg, kritisiert die Neuregelungen des Telekommunikationsgesetzes aufgrund der Ausweitung der Speicherung der TK-Daten, die geplante Identifikationspflicht beim Erwerb von Prepaid-Handys sowie dem leichteren Zugriff von Sicherheitsbehörden auf Passwörter, PINs und vergleichbare Zugangsberechtigungen. Mit der Übertragung persönlicher Daten bei Flügen in die USA kommt da einiges zusammen: "Big Brother is watching you!"